Hongkong I

Die Arbeitsweise der Angestellten am Flughafen Lost and Found Schalter hat mich ja sehr nachhaltig daran erinnert, das ich nicht mehr in Europa oder gar Deutschland bin. Wie ich dann endlich an der Reihe war, kam so ein kleiner hektischer Asiate und erklärte in einem für mich unverständlichem Stakkato aus Mandarin und Englisch, was ich alles auszufüllen hätte. Alle 30 Sekunden kam er dann erneut angesprungen, riss mir den Zettel weg um den Fortschritt zu kontrollieren. „Sign here – sign here“ intonierte er endlos. Ich schwöre, wenn er noch einmal angekommen wäre bevor ich endlich unterschrieben hatte, hätte ich ihn derartig angebrüllt, das sein akkurater Gel-Scheitel verrutscht wäre.

Danach bin ich dann zum Hotelbus Shuttle Schalter um mich für den 18:00 Bus eintragen zu lassen. Der kam dann Pünktlich. Knapp 11€ für 36km Fahrt ist ein fairer Preis. Und Taxi ist auch nicht schneller. Ein Angestellter in einem blauen Einheitsanzug holte mich im Wartebereich ab und stürmte sofort mit mir ins Untergeschoss des Flughafens, wo die Bays für die Busse sind. Leider hatte ich mir den Vogel nicht so genau angesehen und wie er dann in einem Pulk weiterer identisch gekleideter Bediensteter verschwand (Klingt doof, ist aber so. Die sehen alle gleich aus! Erst recht wenn sie auch noch so uniformiert sind. Schreck – welcher war jetzt der für mich???), habe ich ihn letztlich nur daran erkannt, wie er von ganz unten etwas nach oben röchelte. Machte er pausenlos. Und draussen hat er „es“ dann auch ganz ungeniert auf den Asphalt gerotzt. Lecker.

Der Bus war dafür exklusiv für mich alleine. Auf erfrischende 15°C runter gekühlt ging es dann vorbei an beeindruckenden aber hässlichen Wohnblöcken, Hafenanlagen und jeder Menge Tunnel zum North Point Harbour Plaza – meinem Hotel.

Die Fahrweise ist übrigens durchaus noch ein Wort wert. Die fahren hier auf Tuchfühlung. In Kowloon wo es dann etwas staute, wurde jeder Zentimeter genutzt. Das heisst man fährt dem Vordermann bis auf 5 cm hinten auf. Egal ob es ein Auto, Roller oder ein großer Bus ist. Und reingelassen wird per se auch schon mal gar nicht. Deswegen wird auch nicht geblinkt, sondern mit heftigem Hupen in die eigentlich nicht vorhandene Lücke gedrängt. Das wird natürlich mit heftigen Hupen quittiert. Lustig. Aber irgendwie scheint es ja zu funktionieren. Ich bin nur froh, dass ich hier nicht selber fahren muss.

Morgen mache ich dann den Touri. Mit umgehängter Camera und Stadtplan 😉 Man muss sich ja anpassen. Gute Nacht…

5 Gedanken zu „Hongkong I“

  1. Sehr schön ist auch ein Fahrt mit einem Junk zu einer der vielen Inseln – z.B. Silvermine Bay auf Lantau. Aber ohne Gewähr – ich war das letzte Mal dort vor 36 Jahren!

  2. Nort Point Harbour Plaza, da war ich vor 1,5 Jahren 🙂

    Das Bahnnetz in HK ist übrigens erste Sahne, U-Bahn und der Airportshuttle funktionieren tadellos! Viel Spaß auf dem Peak.

  3. Lieber Stefan, Dein Blog liest sich sehr unterhaltsam! Das ist ja alles sehr abenteuerlich, und Du bist noch nicht mal in NZ! Weiter gute Reise und viel Spaß! Lieben Gruß von Barbara

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